Für die meisten Menschen in Deutschland ist es selbstverständlich, jederzeit Lebensmittel einzukaufen und Vorräte anzulegen. Die Ernährungssicherung gilt hierzulande als stabil: Rund 80 Prozent der Lebensmittel und Güter werden durch heimische Produktion gedeckt. Moderne Verpackungen sorgen dafür, dass diese länger haltbar und sicher transportabel sind. Doch sie leisten noch mehr: In vielen Regionen der Welt gewährleisten Kunststoffverpackungen, dass Menschen überhaupt Zugang zu sicheren Nahrungsmitteln haben.
Ernährungssicherung gehört seit jeher zu den zentralen globalen Herausforderungen. Sie umfasst nicht nur die ausreichende Produktion von Lebensmitteln, sondern auch deren sichere Verfügbarkeit, Qualität und Zugänglichkeit. Das gilt insbesondere in Krisenregionen und nach Naturkatastrophen, aber auch grundsätzlich in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern.
In diesen Kontexten gibt es einen essenziellen, aber oft übersehenen Faktor: Kunststoffverpackungen. Sie sind in allen Teilen der Welt ein Teil moderner Versorgungssysteme und leisten einen zentralen Beitrag zur Ernährungssicherung, vor allem in Krisensituationen und -regionen.
Wichtige Helfer zur Sicherung der Ernährung
Als kostengünstige Lösung schützen Kunststoffverpackungen Lebensmittel und andere Produkte zuverlässig vor Transportschäden und äußeren Einflüssen wie Feuchtigkeit, Sauerstoff, Licht, Mikroorganismen oder anderen Verunreinigungen. Dadurch verlängern sie die Haltbarkeit, und reduzieren Verluste entlang der gesamten Lieferkette.
Dies ist insbesondere in Ländern in heißen oder feuchten Klimazonen, in Katastrophensituationen ohne Strom- oder Wasserversorgung und unter kritischen hygienischen Bedingungen oder in Regionen mit eingeschränkter Infrastruktur – etwa fehlender Kühlung oder langen Transportwegen – von großer Bedeutung. Hier übernehmen Verpackungen teilweise Aufgaben, die in industrialisierten Märkten oder unter Normalbedingungen durch Logistik- und Kühlsysteme gewährleistet sind. Kunststoffverpackungen ermöglichen einen sicheren, unkomplizierten Transport und verbessern damit den Zugang, die Verfügbarkeit und die Erschwinglichkeit von sicherer Nahrung. Ohne sie würden deutlich mehr Lebensmittel verderben, bevor sie diejenigen erreichen, die sie dringend benötigen.
Kunststoff bietet dabei viele Vorteile:
- Er ist leicht, stabil, bruchsicher und vielseitig einsetzbar.
- Er lässt sich präzise an unterschiedliche Produkte und Anforderungen anpassen.
- Im Vergleich zu alternativen Materialien wie Glas oder Metall verursacht er geringere Transport- und Herstellungskosten.
Diese Eigenschaften machen Kunststoffverpackungen in vielen Teilen der Welt zur wirtschaftlich und logistisch sinnvollsten Lösung, um Lebensmittel sicher und effizient zu verteilen.
Ohne Verpackungstechnologie keine Verpackungen
Moderne Verpackungsmaschinen sorgen dafür, dass Lebensmittel auch unter herausfordernden Bedingungen hygienisch, haltbar und ressourcenschonend verpackt werden können. Die Verpackungstechnologie leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Zugang zu sicheren und bezahlbaren Lebensmitteln.
Deutschland zählt zu den weltweit führenden Anbietern und Exporteuren solcher Maschinen. Die anhaltend stabile Nachfrage schafft die Grundlage für kontinuierliche Investitionen in innovative Produktions- und Verpackungstechnik. Ziel vieler Hersteller ist es bereits heute, den Verpackungsmaschinenbau als Brücke zwischen Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit weiterzuentwickeln. Dies gelingt durch die Verbindung von Ressourceneffizienz, modernen Materialien und digitaler Technologie.
Sachets als Zugangslösung: Zwischen Nutzen und Umweltfrage
Kunststoffverpackungen sind nicht nur in akuten Krisen oder Katastrophen relevant für eine sichere Ernährung: In vielen Entwicklungs- und Schwellenländern ist die Kaufkraft großer Teile der Bevölkerung stark begrenzt. Produkte werden daher meist nicht auf Vorrat, sondern nur bedarfsorientiert für den täglichen Konsum gekauft. Kleine Portionsgrößen und Verpackungseinheiten, wie sogenannte Sachets, tragen diesem Umstand Rechnung. Für viele Menschen stellen sie eine notwendige Lösung dar, um überhaupt am Markt teilnehmen und Nahrung oder wichtige Konsumgüter wie Seife erwerben zu können.
Sie sind kostengünstig und reduzieren das Risiko von Verderb vor und nach dem Öffnen insbesondere dort, wo geeignete Lagermöglichkeiten fehlen. Obwohl sie im Vergleich zu herkömmlichen Verpackungen aus weniger Material bestehen, weisen sie eine gute Temperatur- und Druckbeständigkeit auf. Für die Hersteller sind sie wirtschaftlich attraktiv: Die Massenware ist günstig in der Produktion und vielseitig einsetzbar.
Gleichzeitig entsteht ein Zielkonflikt, denn ökologisch sind sie kein optimaler Weg. Viele dieser Verpackungen sind als Einweglösungen konzipiert und bestehen häufig aus schwer recycelbaren Verbundmaterialien – sofern überhaupt funktionierende Abfall- und Recyclingsysteme existieren. Sie tragen deshalb zur Umweltverschmutzung in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern bei.
Besondere Situationen erfordern einen Perspektivwechsel
Portionsverpackungen auf der einen Seite, Verbesserung von Recyclingfähigkeit, Monomaterialien oder Rezyklateinsatz auf der anderen Seite – wie passt das zusammen?
Einerseits:
In den Industrieländern des globalen Nordens spielen optimierte Verpackungen eine immer wichtigere Rolle für mehr Ressourcen-, Umwelt- und Klimaschutz. Hier herrscht zunehmend ein Bewusstsein dafür, Verpackungen sinnvoll zu konsumieren und nach Gebrauch zu recyceln. Dieses Bestreben nach mehr Nachhaltigkeit und infolgedessen auch Abfallvermeidung spiegelt sich in aktuellen Regularien wider, an die sich Hersteller bei der Verpackungsentwicklung halten müssen. In Ländern wie Deutschland – mit funktionierenden Abfall- und Recyclingstrukturen und einem Bewusstsein für Verpackungen und ihren Auswirkungen – blicken wir deshalb oft kritisch auf die Verpackungslösungen in Schwellen- und Entwicklungsländern.
Andererseits:
In Schwellen- und Entwicklungsländern stellt die Umweltverschmutzung durch Verpackungsabfall, insbesondere Einwegverpackungen in kleinen Portionsgrößen, ein ernstes Problem dar. Aber: Die Ausgangslage ist hier eine völlig andere. Im globalen Süden ermöglichen diese Verpackungen überhaupt erst den Zugang zu möglichst sicheren und haltbaren Lebensmitteln. Das Verpackungsdesign ist hier zweitrangig – kostengünstige, funktionale Verpackungen sichern im Extremfall das Überleben.
Für viele Akteure der Kunststoffindustrie ist dies jedoch kein Widerspruch, sondern Ansporn, bedarfsgerechte Verpackungslösungen zu entwickeln.
Ernährungssicherheit und Nachhaltigkeit vereinen
Um Ernährungssicherheit und Nachhaltigkeit zusammenzudenken, braucht es Lösungen für Entsorgung und Kreislaufführung. Verpackungen müssen zukünftig auch unter schwierigen Bedingungen so gestaltet sein, dass sie funktional, bezahlbar und zugleich umweltverträglich sind. Dafür braucht es integrierte Ansätze, die die Entwicklung besser recycelbarer und materialeffizienter Verpackungen, den Aufbau und die Stärkung lokaler Abfallmanagementstrukturen, die Förderung von Kreislaufwirtschaftssystemen und die Zusammenarbeit zwischen Industrie, Politik und internationalen Organisationen vereinen.
Ausblick Kreislaufwirtschaft 2023 – Die Circular Economy bleibt im Fokus der Politik
„Verpackung ist eine faszinierende Verbindung aus Technik, Design und Verantwortung.“