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Lebensmittel schützen, Verschwendung vermeiden: Welche Rolle Verpackungen spielen

Der Internationale Tag des Bewusstseins für Lebensmittelverluste und -verschwendung am 29. September 2026 und die zeitgleich startende Aktionswoche „Zu gut für die Tonne!“ vom 29. September bis zum 6. Oktober beschäftigen sich mit der Frage, wie sich Lebensmittelverluste vermeiden lassen. Verpackungen spielen dabei eine wichtige Rolle: Sie schützen Lebensmittel vor Verderb, Beschädigung und Verunreinigung – vorausgesetzt, sie werden gezielt und ressourcenschonend eingesetzt. 

Balkendiagramm zum Thema "Warum werfen wir Lebensmittel weg?"
Systematische Erfassung des Lebensmittelabfalls der privaten Haushalte in Deutschland - BMLEH und GFK

Schutz vor Verderb, Bruch und Verunreinigung

Ob Erdbeeren, Käse oder Gurken: Eine passende Kunststoffverpackung kann dazu beitragen, Lebensmittel länger frisch zu halten und unbeschädigt in den Handel zu bringen. Folien, Becher und Schalen lassen sich dabei exakt auf die Bedürfnisse des jeweiligen Produkts abstimmen. Sie halten beispielsweise Sauerstoff und Feuchtigkeit fern und schützen den Inhalt vor Licht, Schmutz und Keimen. So kann die Verpackung helfen, Lebensmittelverluste entlang der Lieferkette und im Haushalt zu vermeiden. Das gelingt zunehmend mit weniger Material und infolgedessen bei geringem Gewicht. 

Wenn Lebensmittel verloren gehen, ist auch die Umwelt belastet

Fehlt der passende Schutz, muss ein Produkt vorzeitig entsorgt werden. Besonders bei Lebensmitteln wiegt das schwer: Für ihre Herstellung wurden bereits Fläche, Wasser und Energie eingesetzt. Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) weist darauf hin, dass in vielen Produkt- und Verpackungssystemen der größte Teil des Ressourcenverbrauchs auf Lebensmittel und nicht auf die Verpackung entfällt. Wer Lebensmittelverluste vermeiden will, muss deshalb auch den Produktschutz in die Nachhaltigkeitsbilanz einbeziehen. 

Infografik - Lebensmittelverschwendung privater Haushalte: 86 % der Haushalte werfen Lebensmittel weg, die noch verwertbar gewesen wären.
Systematische Erfassung des Lebensmittelabfalls der privaten Haushalte in Deutschland - BMLEH und GFK

Wie viel Verpackung ist notwendig?

Die Aktionswoche „Zu gut für die Tonne!“ macht deutlich: Verpackungen sind kein Selbstzweck. Sie sind dort sinnvoll, wo sie eine konkrete Aufgabe erfüllen und dadurch helfen, Lebensmittel zu schützen und Ressourcen zu bewahren. Dazu gehören beispielsweise: 

 

– Schutz vor Verderb, Feuchtigkeit, Sauerstoff, Licht oder Verunreinigung 

– Schutz vor Bruch, Druck und Stößen 

– Sichere und hygienische Dosierung 

– Bündelung und effiziente Handhabung beim Transport 

– Informationen zu Anwendung, Lagerung und Rückverfolgbarkeit 

 

Überverpackung beginnt dort, wo zusätzliche Schichten oder Materialien keinen relevanten Mehrwert bieten. Eine zusätzliche Umverpackung aus Kunststoff kann demnach sinnvoll sein, wenn sie die Primärverpackung aus anderem Material schützt, eine sterile Anwendung ermöglicht oder mehrere Einheiten sicher bündelt. 

Infografik - Zustand vermeidbarer Lebensmittelabfälle
Systematische Erfassung des Lebensmittelabfalls der privaten Haushalte in Deutschland - BMLEH und GFK

Verpackung als System betrachten

Immer wieder wird in Politik und Gesellschaft über das Für und Wider bestimmter Verpackungen und der Materialien, aus denen sie bestehen, diskutiert. Wie komplex die Bewertung einer sinnvollen Verpackung sein kann, zeigt eine Untersuchung des ifeu im Auftrag des NABU. Sie hat Verpackungsalternativen für neun Lebensmittel verglichen. Keine Lösung war bei allen Produkten und Umweltkategorien überlegen. Gewicht, Materialmenge, Herstellung, Transport, Produktschutz und Verwertung beeinflussten die Gesamtbilanz gemeinsam. 

Eine Verpackung lässt sich also nicht nach einem einzigen Merkmal wie dem Material beurteilen. Das bedeutet, dass eine nachhaltige Verpackung nicht automatisch die leichteste ist oder aus dem vermeintlich „grünsten“ Material besteht. Entscheidend ist vielmehr, ob sie ihre notwendige Funktion zuverlässig erfüllt und dabei möglichst wenig Ressourcen verbraucht.  

 

Dazu können Kunststoffverpackungen durch materialeffiziente Konstruktionen, recyclinggerechtes Design, recylingfähige Monomaterialien und geeignete Rezyklate einen großen Teil beitragen. Robuste Kunststoff-Mehrwegverpackungen beispielsweise können bei wiederkehrenden Transporten Vorteile bieten, wenn sie häufig eingesetzt und Rückführung, Reinigung, Lagerung und Transport gut organisiert sind. Bei Einwegverpackungen kommt es darauf an, Material einzusparen, recyclingfähige Lösungen zu entwickeln und die gebrauchten Verpackungen zuverlässig in den Recyclingkreislauf zurückzuführen. Unnötige Verpackungen und ein übermäßiger Materialeinsatz sollten grundsätzlich vermieden werden.  

 

Schutz und Kreislauf zusammendenken

Aus gebrauchten Verpackungen können durch Recycling neue Produkte entstehen. Vorher sind sie effiziente Schutzsysteme: Kunststoffverpackungen können mit geringem Gewicht, hoher Stabilität und vielseitigen Barriereeigenschaften dazu beitragen, dass Lebensmittel genießbar, Medikamente sicher und empfindliche Waren nutzbar bleiben.  

 

Nachhaltigkeit bedeutet dabei, unnötige Verpackungen zu vermeiden, Verpackungsmaterialien nach ihrer Gesamtbilanz zu beurteilen und notwendige Kunststoffverpackungen so materialeffizient, recycling- und kreislauffähig wie möglich zu gestalten. 

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