Transformation

Mehrweg, Rezyklate und Design for Recycling ziehen an einem Strang

Die Kunststoffverpackungsindustrie wartet nicht auf die Zukunft. Sie gestaltet sie. Mit besseren Designs, mehr Rezyklaten, funktionierenden Mehrwegsystemen und einer Kreislauflogik, die in der Praxis ankommt. Was lange als Einzellösungen diskutiert wurde, wächst heute zu einem Gesamtbild zusammen und das ist die eigentliche gute Nachricht. 

 

Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile 

Die Branche arbeitet längst nicht mehr nur an Einzelinnovationen. Sie verbindet Mehrweg, recyclinggerechtes Design, Monomaterialstrukturen, den Einsatz von Post-Consumer-Rezyklaten und neue Materialkonzepte zu einem Gesamtansatz. Das ist entscheidend, denn Kreislaufwirtschaft funktioniert nicht über einen einzigen Hebel. Sie entsteht dann, wenn Materialien, Verpackungsdesign, Nutzung und Verwertung zusammenpassen. 

 

Wie greifbar dieses Zusammenspiel bereits ist, zeigt ein Projekt von Borealis und Messe Düsseldorf. Auf der K 2025 wurde erstmals ein umfassendes Mehrwegbechersystem auf dem gesamten Gelände eingeführt. Die Becher bestehen aus modifiziertem Polypropylenschaum von Borealis, hergestellt auf Basis chemisch recycelter Rohstoffe aus der ReOil-Technologie von OMV. Das Beispiel zeigt, dass Wiederverwendung, Materialinnovation und Kreislaufführung heute bereits gemeinsam gedacht werden. 

Mehrweg-Becher von Borealis - eingesetzt auf der K 2025
Borealis

Prämiert und praxistauglich: Rezyklate überzeugen 

Auch beim Einsatz von Rezyklaten wird der Fortschritt deutlich. Der Deutsche Verpackungspreis 2025 zeichnete zahlreiche Lösungen aus, die Nachhaltigkeit, Funktionalität und Materialeffizienz zusammenbringen. Besonders anschaulich ist das bei Anwendungen mit Post-Consumer-Rezyklat: Ausgezeichnet wurde unter anderem ein Closed-Loop-System für eine recyclingfähige VpCI-Korrosionsschutzfolie mit 30 Prozent PCR-Anteil. Solche Anwendungen belegen, dass Rezyklate nicht nur technisch einsetzbar sind, sondern zunehmend auch in anspruchsvollen und bislang untypischen Bereichen überzeugen. 

 

Frau mit zwei kleinen Kindern am Pfandautomat führen PET-Flaschen in den Recyclingkreislauf zurück.
TOMRA Recycling

Die Branche macht es vor 

Das neue Zukunftsbild der Branche entsteht aus konkreten Fortschritten. Ob Mehrweg oder Einweg, Rezyklat oder Neumaterial – die entscheidende Frage ist immer häufiger nicht mehr entweder oder, sondern wie Lösungen so kombiniert werden, dass sie in der Praxis funktionieren. Genau darin liegt die eigentliche Leistungsfähigkeit moderner Kunststoffverpackungen. 

„Die Stärke unserer Industrie liegt im Zusammenspiel der Lösungen: innovatives Design, mehr Rezyklate, optimierte Mehrwegsysteme und ein klarer Wille zur Kreislaufwirtschaft. Daraus entsteht das Zukunftsbild einer Branche, die Verantwortung übernimmt und Fortschritt gestaltet.“

Georg Pescher

Präsident der Industrievereinigung Kunststoffverpackungen

Kunststoffverpackungen sind Teil der Lösung. Und die vielleicht beste Nachricht dieses Verpackungssommers ist: Die Transformation ist nicht nur angekündigt. Sie findet längst in der Branche statt. 

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